De Bosco wieder Fit im Schritt*

fit im schritt

Der entlassungsbedingende Stuhlgang ist vollbracht, die Narben sind mit Duschpflaster versiegelt, ein letztes Frühstück mit meinem Bettnachbarn und dann ab nach Hause. Erst im Erzählen reflektiert sich das Erlebte dann erst richtig. Gleich von Anfang an diese herzliche und liebevolle Betreuung, von Ärzten wie auch vom ganzen Personal. Die sonst so dominierede Krankenhaustechnik fast unmerkbar, keine Überbelegungen, die langen Spaziergänge in den ruhigen, weiten Gängen, der Blick auf die jahrhunderte alte Klostergartenidylle. Das ganze Haus ist einfach eine stille Mutter. (und hat nebenbei bemerkt Verträge mit allen Kassen!)

stille mutter

Sofern ich nicht wandernd zwischen Spitalskapelle und Intensivstation meine Runden zog, war ich bemüht meinem Bettnachbarn zu entkommen. Schlaf ist eine gute Möglichkeit. In meinen Wachzeiten überfiel er mich mit seiner Freude über sein wiedergewonnen Leben. Bei einem Routineuntersuchung wurde ein Polyp in seinem Darm entdeckt und konnte gerade noch rechtzeitig entfernt werden. Drei angstvolle Tage auf der Intensivstation haben sein ganzes Weltbild verändert. Eigentlich eine schöne Geschichte, über die Tage hinweg musste durfte ich sie immer wieder hören. In mir keimte bereits der Verdacht, dass der Polyp zwar entfernt war, sich dafür aber die ersten Anzeichen von Alzheimer bei ihm zeigten. Vielleicht war er auch nur von seinem Lesestoff aufgewühlt.

alarm

Am Abend des Länderspiels trafen dann unsere gänzlich verschiedenen Freizeitgestaltungsmodelle aufeinander. Wir einigten uns darauf dem Spiel televisionär zu entsagen und stattdessen zu lesen. Er seinen Konsalik, ich meinen Reins. Zum gefühlten Beginn der zweiten Halbzeit brach mir dann aber das Herz und ich machte mich auf zu einer letzten Abendrunde im Haus. Und mein Bettnachbar konnte so noch miterleben wie sich die 3:0 Führung der Alpenlandler in ein niederländisches 3:4 verflachte.

Bei besagtem Abendspaziergang streifte ich am Tod. Der schwarze Mann war auf einmal da. Man konnte ihn in den Gesichtern einer wartenden Familie vor der Intensivstation erleben. Seit dem frühen Nachmittag warteten sie schon hier, sprachen mit verschieden Ärzten, telefonierten verzweifelt und weinten still aneinander vorbei. Und jetzt gegen Abend schien sich das Leben ihres Angehörigen langsam auf den Weg zu machen. Am nächsten Morgen war alles wieder wie sonst auch.

*Pueblo del Bonito

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TV-Media, NEWS und Konsorten

Es gibt kein Entrinnen vor der untersten Schublade des Zeitungsdrecks.

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Nochmal Latte

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Diesmal aber Machiatto. Während des Frühstücks informiert mich mein Dickdarmoperierter Bettnachbar ausführlich über selbigen. Nach dem Essen dann erste Gehversuche damit selbiges mich wieder verlässt.

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Heilige Dreifaltigkeit und Morgenlatte

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Früher, als ich noch ein junger Spund war, operierte man eine Leiste noch dort, wo das eigentliche Problem sass. Heutzutage schieben einem die Chirurgen ihre Sonden, hydraulischen Schläuche und sonstiges Arbeitsgerät aus Edelstahl vom Nabel weg quer durch deinen Leib. Und, sie machen gleich mehrere Öffnungen im Bauch dafür. Jene Stellen bedürfen aus bakteorologischn Gründen einer gründlichen Rasur. Ordensschwester Paula holte mich zu diesem Zweck kurz nach fünf aus einem harten Schlaf. Was war ich erleichtert dass Sie mir nur an den Bauch wollte.

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Träum ich?

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Oder bin ich im falschen Film? Ist das nun ein Krankenhaus oder ein Kurhotel erster Klasse?
2-Bettzimmer mit Kühlschrank! für mich allein und eine Swr. Anne die sich für mich zuständig ausgibt und mir jeden Wunsch von Augen abliest. Morgen vormittag scheint hier eine Fetischparty zu steigen. Man hat mir gerade mein Kostüm gebracht: Ein Hemdchen, im Schritt und hinten offen, und elastische Trombosestrümpfe. Gleich hab ich ein Casting (ein paar Ärzte kommen sich vorstellen, die nennen das hier Visite) aber danach werde ich die Sachen mal anprobieren. Also alles bestens hier, wenn da nicht dieses Schild über meinem Bett hängen würde.

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Fürsorglich sein

Gestern war Besuchstag. Ich habe meinen Anästhesisten besucht. Er spricht ungarischen Akzent und trägt eine schief sitzende, randlose Brille. Ich kann mir aussuchen was ich träumen möchte, meint er, aber die Auswahl sei nicht besonders gross. Schliesslich ist es kein weltliches Krankenhaus indem ich am Dienstag operiert werde. Ich leiste mir den Luxus mich von der Chefchirurgin öffnen zu lassen, was ich mir 100 € zusätzlich kosten lasse. Man lässt sich schliesslich nicht jeden Tag aufschneiden.

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[Schultern zurück]

[Schultern zurück] Meine Physiotherapeutin ist von meiner Schulter begeistert. Sie meint, da hätte sie lange zu tun. [Schultern zurück] Die Kraft in ihren Daumen steht in einem nicht proportionalen Verhältnis zu ihrer restlichen Erscheinung. Im Gegenteil. [Schultern zurück] Beim Weggehen entdecke ich gleich neben der Praxis einen Hort der Unvernunft und einen Italiener mit angeschlossener Pastamanufaktur. Für Ostern erstehe ich einen blauen Tankwagen aus Holz und Ravioli mit Mohn-Nussfüllung für heute oder morgen Abend. [Schultern zurück] Auf meinem Bürostuhl übe gerade ich gerade Aufrichtigkeit – beim Sitzen. [Schultern zurück]

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Es ist so tosend still in mir

Wenn man meint, dass emotional alles (wieder) auf Spur ist, die WehWehchen nachlassen und auch sonst alles bestens scheint, dann ist das der beste Moment um sich von seiner Psychotherapeutin vom Gegenteil überzeugen zu lassen.

Ein langer Spaziergang durch die Nacht konnte meine Gedanken auch nicht ruhiger werden lassen. Da regt sich etwas Altes und will raus, und wieder doch nicht. So komplex, das ich nicht mal der Blumenfrau gegenüber Worte finde, nicht mal mir gegenüber.

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Kraft durch Freude II

JEDER weiss, dass China sämtliche Errungenschaften westlicher Zivilisation in den Boden stampft und die Menschenrechte mit Füssen tritt. Auch das IOC weiss das. Mit der Wahl Chinas als Austragungsort hat das IOC auch eine Verantwortung für den Ruf und die Glaubwürdigkeit der Spiele übernommen. Ich gehe mal davon aus, dass keiner von den Kopfnüssen bei diesem globalen Sportverein der untersten Liga über genug Courage verfügt sich über wirtschaftliche Interessen hinwegzusetzen. Die Interessenvereinigungen der Teilnehmerstaaten dürfen sich da gleich mit einreihen. Und auch wenn die Medien gerade die Schlagzeilen-Sau durchs Dorf treibt wird sich daran kaum etwas ändern. 72 Jahre sind eben eine lange Zeit, da vergisst man schon mal etwas.

Und allen, die ab dem 8. August ebenso vergesslich vor ihrem Flatscreen dem Spitzensport frönen wünsche ich ein unangenehm blutiges Sitzfleisch (plus OneWay-Freiticket zu einer Treckingtour durch Tibetisches Chinesiches Territorium).

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Ordnung muss sollte sein!

Langsam wird es Zeit ein Ablagesystm für die zahlreichen Befunde zu schaffen. Fast hätte ich in dem Wust an Labortütchen meine Termine für die Physiotherapie übersehen. Diesen Donnerstag gehts los damit, bin schon gespannt. Im Allgemeinen gehts der Schulter immer besser und allein das macht meinen Tag.

Ich glaub ja nicht an Vorsätze und all dieses Zeug das man sich zum Jahreswechsel vornimmt. Aber nachdem ich es wirklich geschafft habe den vom letzten Jahr umzusetzen, nähmlich alle meine finanziellen Baustellen und Altlasten zu erledigen, habe ich mir für 08 vorgenommen wieder gesund zu werden. Soweit das realistisch ist, manches wäre Illusion aber andere WehWehchen kann man sicher in den Griff kriegen. Auf jeden Fall geht es um mehr Bewegung, und damit die wieder Spass macht, lass ich mir als Erstes nächste Woche die Leiste schweissen, oder so ähnlich. Dafür werde ich ab nächsten Montag ein paar Tage im Spital verbringen. Damit eventuell mitlesende Versicherungsgesellschaften wissen wie es mir geht habe ich mir das Plugin Postie installiert und kann jetzt auch mit dem Handtelefon ins Weblog posten. Und eine neue Kategorie gibt es dafür auch: Mobile Messages.

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