Hoffnungsschimmer

Seit Beginn der Schmerzen in meiner linken Schulter, vor etwa einem halben Jahr, habe ich heute das erste Mal das Gefühl, dass sich etwas verbessert. Die Bandage mit dem Topfenwickel auf meiner Schulter sieht zwar aus als hätt ich im Fitnessstudio zu lange einseitig trainiert, aber sie wirkt. Angenehm kühl und gibt Halt. Begonnen hat die Verbessserung aber schon nach unserer Soirée Fou, am letzten Mittwoch wo mich meine Blumenfrau mit einem Besuch im Flotarium samt Cenghra-Massage überrascht hat. Das gönn ich mir wieder.

Gesamtbefinden heute: 73 (von 100 Möglichen)

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Irrigoskopie am Vormittag

Kostümball

Dank Lifestyle-Lektüre im Warteraum weiss ich jetzt auch warum mich weder das bemühte Herumgehopse noch der Zickenkrieg bei Dancing Stars interessiert. Der Röntgenologe ist sehr freundlich und nimmt mir die Scham ihm gleich mein Hinterstes zu offenbaren. Er meint, dass ich einen ausserordentlichen langen Darm hätte, ich habe aber vergessen nachzufragen ob das wirklich gut sei. Obwohl der Röntgentisch auf dem ich liege sich in alle mögliche Richtungen drehen lässt muss ich ganz anständig herumturnen damit das Kontrastmittel in allen Darmfältchen fliessen kann. Mit einem normal kurzen Darm wäre das sicher viel einfacher. Auf dem Monitor kann man in Echtzeit mitverfolgen wie sich das Zeug verteilt, leider aber nur SW.

15 Minuten später bekomme ich meinen negativen Befund in der Hand und weitere 10 Minuten später ein Butter/LaugenCroissant im Magen. Essen, endlich! Zuhause delektiere ich mich dann an Knusperoliven, einem Karotten- und einem Zucchiniflan und etwas Mandelcreme. Allesamt exorbidant gelungene Kochexperimente meiner Blumenfrau. Mit einem feinen Latte Machiatto geh ich nun ans Tagwerk.

Nachschlag: Ein wahrer Gourmet denkt bei vanillepudding-farbenem Stuhlgang zu aller erst an die Molekularküche von Ferran Adrià. Vielleicht schreibe ich Philippe Starck auch noch ein Mail dass schokobraun designte Toilettenmuscheln in Darmkliniken der Renner sein könnten.

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Alles raus

Nach dem Frühstück ins Labor zum Blutabnehmen und EKG. Ein geschätzt 3 qm grosses Wurmloch in meiner Magengegend beschäftigt mich tagsüber. Gegen Abend vergrössert es sich zumindestens noch aufs Doppelte. Hungern ist definitiv Scheisse, mein heutiges Mitleidskontingent geht deshalb an alle Diät-Esser. Seit heute weiss ich auch, dass im Zwieback neben Backtriebmittel, Nartiumbikarbonat auch E 471 enthalten ist. Ich esse trotzdem die ganze Packung auf einen Sitz. Mein Nachtmahl heisst X-Prep, und schmeckt nach Kaffee, Kakao und Zucker. Der Beipackzettel verheisst wenig Schlaf und einen lebhaften Dickdarm. Ich tröste mich damit dass Morgen um die Zeit alles schon wieder Geschichte ist.

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Gute Vorsätze sind sehr wichtig

2 stunden warmer Schal am Vormittag plus ein ausserordentliches Vormittagsschläfchen gegen den steifen Rücken. Gegen 17 Uhr fällt mir dann ein das ich vergessen habe letzten Freitag meinen Ernährungplan und die Abführmittel für das am Mittwoch angesetzte Dickdarmröntgen vom Labor abzuholen. Beim Radfahren dorthin gestehe ich mir dann auch ein, dass es für eine Radrennfahrerkarriere endgültig zu spät ist. Ich komme aber trotzdem rechtzeitig genug ins Labor.

Damit ich wichtige Sachen nicht mehr so leicht vergesse nehme ich mir vor, jeden Tag das gefühlte Körper-Resumeé zu notieren. Und wenn ich das lange genug durchhalte mache ich ein Buch daraus:

Cybersomatik - Gesund durch Bloggen”

Und damit die Notizen auch wirklich nicht verloren gehen, liegen sie ab heute in der neuen Kategorie “Gebrechensberichte”

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Hallo Welt!

Was macht man, wenn man ein Blog hat und wenig bis selten darin schreibt? Genau! Man eröffnet ein Zweites. Dieses hier. Das Alte zu schliessen wäre natürlich auch eine Möglichkeit, was aber einem Eingeständnis an das Scheitern gleichkommen würde. Es besteht ja immer noch die Hoffnung das man sich mit dem Alten einfach nur vertan hat: Zu wenig Differenzierung, zuviel Bauchladen, zuwenig Platz für einen selbst, zuviel Transparenz, und, und, und. Nachher weiss man es immer besser, vorher meistens auch.

Egal, hier soll alles anders werden. Giuseppe de Bosco, das Alter Ego, quasi das andere Ich, wird das für mich erledigen. Warum ein Pseudonym? Es geht dabei weniger darum meine Identität zu verschleiern, wer des Internets kundig ist, wird keine Minute verschwenden um herauszufinden wer sich dahinter verbirgt. Vielmehr ist es eine Haltung aus der heraus ich hier schreiben will. Und auch das Design ist vorest Nebensache und wird sich Zug um Zug entwickeln, Work in Progress sozusagen.

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