48

Kurz bevor er ihn ein tiefer Schlaf übermannte – er dachte gerade über sein Leben nach – kamen ihm die Frauen in den Sinn die ihn in seinem Leben begleitet hatten.

Zuerst die, die neben ihm lag, schlafend, und die vor 8 Jahren sein Herz wachgeküsst hatte. Die ihn erreichte, auch dort noch, wo er sich zurückzog, mitunter wochenlang. Die ihn bedingungslos liebte und ihm Halt gab auch wenn nichts mehr da zu sein schien wonach er greifen konnte. Mit der er ganz und gar war weil sie alles war, Geliebte, Freundin, Mutter, Ehefrau.

Und dann all die Anderen.

Die erste, die ihn vor 48 Jahren geboren hatte, mit der er sein ganzes Leben über gekämpft hatte und die er bereits verloren glaubte. Seit ein paar Tagen war sie wieder da und er erinnerte sich und war dankbar für das was sie zu ertragen bereit war.

Und dann die erste grosse Liebe die auch heute noch seinen Namen tragen würde wenn sie nicht dem Leben vor ein paar Jahren den Rücken gekehrt hätte. Damals hatte er sie an einen Anderen verloren.

Genauso wie die zweite, die ihm vor einem halben Leben den ersten Sohn und damit den Schein von Familie schenkte, der jedoch ohne Bestand war.

Dann die, mit der er die eigene Masslosigkeit erforschte, und er sich in allerlei verbotenen Substanzen fast selbst verlor und ihn nur das Verantwortungsgefühl für seinen Sohn weiterleben liess.

Und dann die, die ihm, weil er es geschafft hatte, all das niemals gesagte auszusprechen, heute noch die treuste Freundin ist.

Danach fiel er in einen Traum von Dankbarkeit aus dem er nicht wieder erwachen wollte.

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Life is fast, sometimes

Herrgott, vergeht die Zeit schnell. Und der Geburtstag stellt sich auch bald wieder ein.

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Guten Apettit

MC Faymann

Mein kindliches Gemüt stellt sich zuweilen vor in der Zukunft zu leben. Gar nicht so weit, sagen wir 5 Jahre. Es wandert so durch die Welt und in einer Sackgasse entdeckt es eine vergessene Plakatwand. Von der Sonne vergilbt, klebt dort ein, von der Gewista scheinbar durch einen Datenbankfehler vergessenes Plakat. Selbst subkulturelle Streetartler, die urbane Fläche mitunter wesentlich kreativer markieren als die gemeindenahen Plakatierer, hatten es dort über die Jahre übersehen. Oder bewusst sich selbst überlassen. Und mein kindliches Gemüt, nichts wissend über Parteien, Wahlkampf und Olympia im 8er-Jahr, staunt über dieses “Genug gestritten”, und mehr noch staunt es über das Gesicht, das verblichene, das diese Worte zu meinen scheinen. Dieser freundliche Blick, an einen distinguierten Oberkellner erinnernd sagt doch viel mehr “Guten Apettit”.

Oder?

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Reden ist Silber. Schweigen ist Gold.

wahlkaempfer

Eines muss man Barack Obama wirklich lassen: In Punkto Kommunikation hat er wirklich gute Berater um sich. Er spielt die 2.0 Geige virtuos, nutzt Blogs, Youtube, MySpace, Facebook, twittert… Und das beste dabei: er kommt authentisch rüber und man glaubt ihm, man spricht sogar von Bürgernähe. Die Wahrheit ist, dass ich es nicht wirklich beurteilen kann und ich frag mich auch wie das mit dieser Bürgernähe weitergehen soll wenn er einmal Präsident ist, was ich hoffe. In tragenden Positionen fällt mir so schnell niemand ein der bloggt oder sonstige 2.0 Dialogspielplätze nutzt. Entweder zuwenig Zeit, meistens aber zuviel Schiss Meinung zu äussern. (Man tut das dann mit den Begriffen Strategie oder Diplomatie ab).

Aber immerhin, Obama macht seine Sache gut, sehr gut. So gut, dass man seine Startegien auch hier zu Lande für den, sich leidenschaftlich entflammenden Wahlkampf entdeckt. Am Beispiel Molterer, Wilhelm – Spitzenkandidat der ÖVP, darf ich in den letzten Tagen staunend mitverfolgen wie man sich zum Deppen machen kann. Oder gemacht wird, von Beratern, den Falschen. “Wenn Obama so erfolgreich twittert und damit seine Wahlzirkel mobilisiert, dann geht das bei uns auch” muss man dem armen Wahlkämpfer ziemlich lang ins Ohr geflüstert haben. Und jetzt twittert er. Und wie, eine Woche bei Twitter und bereits 63 Updates. Zum Vergleich: Obama bringt es in 14 Monaten auf gerade mal 166 Updates. “Kostet ja nix” hör ich sie gerade flüstern. Das güldene Sprichwort gilt aber auch im Interdings, liebe Berater. Das dünne und bemüht persönliche PR-Geschreibe entlarvt sich hier schneller und nachaltiger als einem lieb sein kann. Auf diesen Tweet hin wollt ich dann wirklich was sagen, hab es dann aber wieder sein lassen. So geht das nicht.

Verbreitung und Akzeptanz wird bei den Nerds, und nichts anderes sind Twitterer wenn man es zahlenmässig und Gesamtgesellschaftlich betrachtet, nur der finden der das Interdings mit Leidenschaft verwendet und es auch versteht. Oder zumindest versucht. Derzeit verfolgen 54102 Menschen Obamas Twittermeldungen, bei über 300 Mio. Amerikanern wäre das jeder 5607te. Schlägt man das auf die Bevölkerungzahl von Österreich um, müssten 1488 Menschen Willi Molterer bei Twitter folgen. Im Moment sind es immerhin schon 65, die üblichen Verdächtigen mit querdenklerischen Politinteresse. Die Zahl hält sich seit ein paar Tagen ziemlich hartnäckig, nach der nächsten Presseaussendung werden es aber hoffentlich sicher wieder ein paar mehr sein, hoffen versichern die Berater.

Wen es wirklich interessiert dem sei zur Neuwahl der Neuwal ans Herz gelegt. Oder Politikblogs. So macht man das.

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