Soirée Fou »Ohne Motto«

Jede Soirée Fou steht unter einem Motto, die gestrige aber nicht. Das lag daran, dass mir kein passendes eingefallen ist. Ursprünglich wollte ich die gestrige “Falscher Fünfziger” nennen, das war mir aber dann doch zu platt. Das Motto darf den Abend nur anreissen, aber nicht alles verraten. Die Blumenfrau hat immer die besseren Mottos, diesbezüglich gebe ich mich geschlagen.

Erster Programmpunkt war Kino. Die Blumenfrau hatte bis zum Filmstart keine Ahnung welcher Film kommt. Die vielen älteren Kinobesucher liessen sie Arriviertes vermuten, womit sie auch Recht hatte. Man spielte “Die Fälscher” und man muss dem Film zugestehen dass er allein deswegen einen Oscar verdient hat, weil im die sonst so provinzielle Wehleidigkeit des österreichischen Films nicht anzumerken war. Mein Sack Rohscheiben war nicht mal zur Hälfte geleert als man das Licht wieder anmachte um einen Fleck auf dem Projektionsglas zu entfernen, das scheinbar ein Besucher der Vor-Vorführung auf selbigem hinterlassen hatte. Danach ging alles wie gewohnt weiter und wir hatten guten Gesprächsstoff für den zweiten Programmpunkt des Abends. Der fand beim Österreicher im MAK statt. Die Blumenfrau delektierte sich an einem Sellerieschaumsüppchen mit Forellenkaviar und einem Zander auf Orangenfenchel, während ich die Vorspeise bleiben liess und direkt mit einem deliciösen Mariazeller Saibling auf Rotweinchalotten einstieg. Zum Nachtisch gönnte ich mir dann noch eine Rhabarbersuppe mit Topfeneis. Lang vor Geisterstunde waren wir wieder daheim und hatten ein Gefühl wie nach einer durchtantzten Nacht.

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Soirée Fou

Soirée Fou heisst unser gemeinsamer Abend den sich die Blumenfrau und ich jede Woche einmal schenken. Elternschaft ist herrlich, mitunter aber auch anstrendend und vergesslich machend. Vergesslich für das, wie sich Beziehung in ihren Anfängen gestaltet. Man taucht in den Alltag ein und merkt oft gar nicht mehr wie sehr man darin versinkt und ihn aber auch geniesst. Nach über zwei Jahren, mehr oder weniger, ausschliesslicher Elternschft haben wir jetzt entschieden wieder etwas für uns und unsere Zweisamkeit zu tun. Und das geht so:

Einmal pro Woche gönnen wir uns einen gemeinsamen Abend. Wir haben glücklicherweise zwei Babysitterdamen die unser kleiner Mann über beide Ohren liebt. Abwechselnd übernimmt jede Woche einer von uns die Gestaltung des Abendprogramms ohne dass der Andere weiss was an diesem Abend passieren wird. Ob man nun damit beschäftigt ist für diesen Abend etwas besonderes zu finden und zusammenzustellen oder ob man der Überraschte ist, es macht immer gleich viel Spass.

Vor drei Monaten haben wir damit begonnen und mittlerweile ist unsere Soirée Fou ein Fixpunkt in unserem Leben geworden. Wir haben uns das Ziel gesteckt wieder gemeinsame Zeit für uns zu schaffen: ein Abend pro Woche, ein Wochenende pro Monat, eine Woche im Jahr.

Damit ich das was ich darüber schreiben möchte wiederfinde, habe ich gleich eine neue Kategorie für die Soirée Fou eingerichtet.

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