Einmal noch Darm und dann ist Schluss damit

Zwei Soirée Fous ausgefallen, einmal wegen Krankheit des kleinen Mannes, einmal wegen eigener Bettlägrigkeit auf Gund einer Darmgrippe. Man leistet sich ja sonst nichts. Bei selbiger habe ich wahrscheinlich den Dreck der letzten Jahre rausgeschissen der sich bei einer Familienaufstellung kurz davor gezeigt hat. Jetzt bin ich wieder da, habe die verlorene Zeit einigermassen wieder aufgeholt, eine Kundenpräsentation ausgearbeitet und erfolgreich präsentiert und arbeite gearde die Themen für mein nächstes Seminar, Anfang Mai, heraus.

Mittwoch ist Therapietag, meiner Therapeutin fällt auf dass ich in der Familienaufstellung von den anderen Teilnehmern immer für die heftigen Rollen ausgewählt wurde. Vom Nazi-Grossvater bis zum schizophrenen Bruder durfte ich immer charakterstarke Rollen besetzen. Was will mir das bloss sagen?

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Fürsorglich sein

Gestern war Besuchstag. Ich habe meinen Anästhesisten besucht. Er spricht ungarischen Akzent und trägt eine schief sitzende, randlose Brille. Ich kann mir aussuchen was ich träumen möchte, meint er, aber die Auswahl sei nicht besonders gross. Schliesslich ist es kein weltliches Krankenhaus indem ich am Dienstag operiert werde. Ich leiste mir den Luxus mich von der Chefchirurgin öffnen zu lassen, was ich mir 100 € zusätzlich kosten lasse. Man lässt sich schliesslich nicht jeden Tag aufschneiden.

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[Schultern zurück]

[Schultern zurück] Meine Physiotherapeutin ist von meiner Schulter begeistert. Sie meint, da hätte sie lange zu tun. [Schultern zurück] Die Kraft in ihren Daumen steht in einem nicht proportionalen Verhältnis zu ihrer restlichen Erscheinung. Im Gegenteil. [Schultern zurück] Beim Weggehen entdecke ich gleich neben der Praxis einen Hort der Unvernunft und einen Italiener mit angeschlossener Pastamanufaktur. Für Ostern erstehe ich einen blauen Tankwagen aus Holz und Ravioli mit Mohn-Nussfüllung für heute oder morgen Abend. [Schultern zurück] Auf meinem Bürostuhl übe gerade ich gerade Aufrichtigkeit – beim Sitzen. [Schultern zurück]

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Es ist so tosend still in mir

Wenn man meint, dass emotional alles (wieder) auf Spur ist, die WehWehchen nachlassen und auch sonst alles bestens scheint, dann ist das der beste Moment um sich von seiner Psychotherapeutin vom Gegenteil überzeugen zu lassen.

Ein langer Spaziergang durch die Nacht konnte meine Gedanken auch nicht ruhiger werden lassen. Da regt sich etwas Altes und will raus, und wieder doch nicht. So komplex, das ich nicht mal der Blumenfrau gegenüber Worte finde, nicht mal mir gegenüber.

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Ordnung muss sollte sein!

Langsam wird es Zeit ein Ablagesystm für die zahlreichen Befunde zu schaffen. Fast hätte ich in dem Wust an Labortütchen meine Termine für die Physiotherapie übersehen. Diesen Donnerstag gehts los damit, bin schon gespannt. Im Allgemeinen gehts der Schulter immer besser und allein das macht meinen Tag.

Ich glaub ja nicht an Vorsätze und all dieses Zeug das man sich zum Jahreswechsel vornimmt. Aber nachdem ich es wirklich geschafft habe den vom letzten Jahr umzusetzen, nähmlich alle meine finanziellen Baustellen und Altlasten zu erledigen, habe ich mir für 08 vorgenommen wieder gesund zu werden. Soweit das realistisch ist, manches wäre Illusion aber andere WehWehchen kann man sicher in den Griff kriegen. Auf jeden Fall geht es um mehr Bewegung, und damit die wieder Spass macht, lass ich mir als Erstes nächste Woche die Leiste schweissen, oder so ähnlich. Dafür werde ich ab nächsten Montag ein paar Tage im Spital verbringen. Damit eventuell mitlesende Versicherungsgesellschaften wissen wie es mir geht habe ich mir das Plugin Postie installiert und kann jetzt auch mit dem Handtelefon ins Weblog posten. Und eine neue Kategorie gibt es dafür auch: Mobile Messages.

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Hoffnungsschimmer

Seit Beginn der Schmerzen in meiner linken Schulter, vor etwa einem halben Jahr, habe ich heute das erste Mal das Gefühl, dass sich etwas verbessert. Die Bandage mit dem Topfenwickel auf meiner Schulter sieht zwar aus als hätt ich im Fitnessstudio zu lange einseitig trainiert, aber sie wirkt. Angenehm kühl und gibt Halt. Begonnen hat die Verbessserung aber schon nach unserer Soirée Fou, am letzten Mittwoch wo mich meine Blumenfrau mit einem Besuch im Flotarium samt Cenghra-Massage überrascht hat. Das gönn ich mir wieder.

Gesamtbefinden heute: 73 (von 100 Möglichen)

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Irrigoskopie am Vormittag

Kostümball

Dank Lifestyle-Lektüre im Warteraum weiss ich jetzt auch warum mich weder das bemühte Herumgehopse noch der Zickenkrieg bei Dancing Stars interessiert. Der Röntgenologe ist sehr freundlich und nimmt mir die Scham ihm gleich mein Hinterstes zu offenbaren. Er meint, dass ich einen ausserordentlichen langen Darm hätte, ich habe aber vergessen nachzufragen ob das wirklich gut sei. Obwohl der Röntgentisch auf dem ich liege sich in alle mögliche Richtungen drehen lässt muss ich ganz anständig herumturnen damit das Kontrastmittel in allen Darmfältchen fliessen kann. Mit einem normal kurzen Darm wäre das sicher viel einfacher. Auf dem Monitor kann man in Echtzeit mitverfolgen wie sich das Zeug verteilt, leider aber nur SW.

15 Minuten später bekomme ich meinen negativen Befund in der Hand und weitere 10 Minuten später ein Butter/LaugenCroissant im Magen. Essen, endlich! Zuhause delektiere ich mich dann an Knusperoliven, einem Karotten- und einem Zucchiniflan und etwas Mandelcreme. Allesamt exorbidant gelungene Kochexperimente meiner Blumenfrau. Mit einem feinen Latte Machiatto geh ich nun ans Tagwerk.

Nachschlag: Ein wahrer Gourmet denkt bei vanillepudding-farbenem Stuhlgang zu aller erst an die Molekularküche von Ferran Adrià. Vielleicht schreibe ich Philippe Starck auch noch ein Mail dass schokobraun designte Toilettenmuscheln in Darmkliniken der Renner sein könnten.

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Alles raus

Nach dem Frühstück ins Labor zum Blutabnehmen und EKG. Ein geschätzt 3 qm grosses Wurmloch in meiner Magengegend beschäftigt mich tagsüber. Gegen Abend vergrössert es sich zumindestens noch aufs Doppelte. Hungern ist definitiv Scheisse, mein heutiges Mitleidskontingent geht deshalb an alle Diät-Esser. Seit heute weiss ich auch, dass im Zwieback neben Backtriebmittel, Nartiumbikarbonat auch E 471 enthalten ist. Ich esse trotzdem die ganze Packung auf einen Sitz. Mein Nachtmahl heisst X-Prep, und schmeckt nach Kaffee, Kakao und Zucker. Der Beipackzettel verheisst wenig Schlaf und einen lebhaften Dickdarm. Ich tröste mich damit dass Morgen um die Zeit alles schon wieder Geschichte ist.

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Gute Vorsätze sind sehr wichtig

2 stunden warmer Schal am Vormittag plus ein ausserordentliches Vormittagsschläfchen gegen den steifen Rücken. Gegen 17 Uhr fällt mir dann ein das ich vergessen habe letzten Freitag meinen Ernährungplan und die Abführmittel für das am Mittwoch angesetzte Dickdarmröntgen vom Labor abzuholen. Beim Radfahren dorthin gestehe ich mir dann auch ein, dass es für eine Radrennfahrerkarriere endgültig zu spät ist. Ich komme aber trotzdem rechtzeitig genug ins Labor.

Damit ich wichtige Sachen nicht mehr so leicht vergesse nehme ich mir vor, jeden Tag das gefühlte Körper-Resumeé zu notieren. Und wenn ich das lange genug durchhalte mache ich ein Buch daraus:

Cybersomatik - Gesund durch Bloggen”

Und damit die Notizen auch wirklich nicht verloren gehen, liegen sie ab heute in der neuen Kategorie “Gebrechensberichte”

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