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	<title>Giuseppe de Bosco &#187; Vater</title>
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	<description>Es ist nicht alles Holz was glänzt.</description>
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		<title>12:00</title>
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		<pubDate>Fri, 29 May 2009 22:36:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Giuseppe de Bosco</dc:creator>
				<category><![CDATA[Selbstumrundungen]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Vater]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Anruf kam um 10:30. Wir hätten nicht mehr viel Zeit, hiess es. Um 11:00 waren wir da. Inmitten all der lebenserhaltenden Technik sah dieser grosse Mann auf einem Mal so klein aus. Er lag so friedlich da, zwischen all den Schläuchen und Kabeln. Seine faltigen Hände, als ob er sie gleich bewegen würde. So [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-74" title="papa" src="http://debosco.at/wp-content/uploads/2009/05/papa.jpg" alt="papa" width="450" height="301" /></p>
<p>Der Anruf kam um 10:30. Wir hätten nicht mehr viel Zeit, hiess es. Um 11:00 waren wir da. Inmitten all der lebenserhaltenden Technik sah dieser grosse Mann auf einem Mal so klein aus.</p>
<p>Er lag so friedlich da, zwischen all den Schläuchen und Kabeln. Seine faltigen Hände, als ob er sie gleich bewegen würde. So warm und weich. Ein Leben lang, 84 Jahre, hatte Ihn eine hartnäckige Psoriasis seinen Körper hassen lassen. Aber jetzt war die Haut glatt und weich und ohne Widerstand berührt zu werden. Irgendwie verrückt dass diese Nähe erst jetzt entsteht, obwohl ich die Sehnsucht danach ein Leben lang in mir getragen habe. Als ob wir uns im Leben, so, nicht begegnen konnten.</p>
<p>Zwei mal hab ich schon das Wunder der Geburt erlebt und jetzt bin ich wohl am anderen Ende des Spektrums angekommen, am Sterbebett meines Vaters. Und das Leben hat seine eigene Ironie. Punkt 12, als ich meinen ersten Atemzug macht, hörte sein Herz zu schlagen auf. Und zuhause stehen die Koffer gepackt, für eine Reise die heute losgehen sollte.</p>
<p>Die Koffer brauchst du wohl nicht mehr.<br />
Leb wohl, ich liebe dich.</p>
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		<title>Handlungsreisende</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jun 2008 22:48:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Giuseppe de Bosco</dc:creator>
				<category><![CDATA[Selbstumrundungen]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Gastfreunschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Vater]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Reisenden: Vater und Sohn Die Handlung: Reise in die Vergangenheit Das Ziel: Longiano in der Emilia Romagna Jetzt sitzen wir also in seinem altem Opel und fahren Richtung Süden. Vor 3 Monaten noch ein unvorstellbarer Gedanke, für Ihn wie für mich. Die Strecke ist minutiös geplant, wie alle seine Reisen. Mit dieser hat er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Reisenden:</strong> Vater und Sohn<br />
<strong>Die Handlung:</strong> Reise in die Vergangenheit<br />
<strong>Das Ziel:</strong> Longiano in der Emilia Romagna</p>
<p>Jetzt sitzen wir also in seinem altem Opel und fahren Richtung Süden. Vor 3 Monaten noch ein unvorstellbarer Gedanke, für Ihn wie für mich. Die Strecke ist minutiös geplant, wie alle seine Reisen. <a title="fenster in der zeit" href="http://www.einvoll.net/opa/?p=64">Mit dieser hat er jedoch nicht mehr gerechnet</a>. Vier Stunden Fahrt sind Halbzeit, und wir übernachten kurz vor der italienischen Grenze in Arnoldstein. Am nächsten Morgen dann über Landstrassen durchs Kanaltal, der gleiche Weg, auf dem er als junger Soldat in den Krieg ziehen musste. Jeder Kilometer hat Geschichte und er erzählt während ich fahre. Es regnet heftig, aber das stört nicht. Kurz nach MIttag erreichen wir Cervia, wo bereits Pierina auf uns wartete.</p>
<p>Die Freude des Wiedersehens war unspektakulär herzlich, fast so als ob man sich vor nicht allzu langer Zeit zuletzt gesehen hatte. So, als ob man eigentlich nie weg gewesen wäre. In den Herzen dieser 7 Geschwister war mein Vater einer von ihnen. Keine Ahnung was damals, 1944 passiert ist, aber es hat diese Menschen auf ein Leben verbunden, und darüber hinaus. Die gleiche Herzlichkeit haben wir auch von den Familien ihrer Kinder erfahren, die wir in den nächsten Tagen alle kennenlernen durften. Jeden Mittag oder Abend waren wir bei Brüdern, Söhnen, Schwestern eingeladen, jedes dieser Essen war ein kleines Fest, unprätentiös, delikat, laut, herzlich und immer wieder wurde die Geschichte erzählt wie sie einander kennen lernten. Die alten, schweren Zeiten wurden aber immer getragen von dem Zusammenhalt dieser Familie in der mein Vater einen so wichtigen Platz hatte. Über all die Zeit hinweg, 64 Jahre. Es war als kehrte er heim, dorthin wo er eigentlich gern geblieben wär, damals. Alle Geschwister wussten von seiner Liebe zu Augusta und waren damit einverstanden. Sie hätten ihn versteckt, und beschützt vor den Nazis. Aber er wollte die Familie nicht in Gefahr bringen und hat sich entschieden an die Front zu gehen.</p>
<p><a href="http://debosco.at/wp-content/uploads/2008/06/meerblick.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-50" title="meerblick" src="http://debosco.at/wp-content/uploads/2008/06/meerblick.jpg" alt="meerblick" width="450" height="301" /></a></p>
<p>Auf der Rückreise weiss ich nicht genau was voller ist: Unsere Herzen oder der Kofferraum des alten Opel, der gefüllt ist mit Geschenken, Wein, Früchten, selbst eingelegte Artischocken, allesamt herrlichen Delikatessen. Die Erinnerung dieser Tage geht tief, sehr tief. Ich habe verstanden warum mein Vater ist wie er ist, warum ich bin wie ich bin, und warum ich bin wie er ist. Ein Moment aus diesen Tagen wird mir aber immer in Erinnerung bleiben. Als wir beide mit nackten Füssen über den Strand gingen und ich seine kindliche Freude spüren konnte mit der er das Meer genoss. Und den Gin Tonic danach, am Vormittag. Was waren wir herrlich unvernünftig.</p>
<p>Bilder gibts auch, und zwar <a title="Imageset bei Flickr" href="http://flickr.com/photos/einvoll/sets/72157605305084285/">hier »</a></p>
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		<title>Sohn</title>
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		<pubDate>Fri, 30 May 2008 19:13:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Giuseppe de Bosco</dc:creator>
				<category><![CDATA[Selbstumrundungen]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Sohn]]></category>
		<category><![CDATA[Vater]]></category>

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		<description><![CDATA[Meinereins ist ein typisches Kind der 60er. Das gesellschaftliche Korsett liess es damals zaghaft zu, nicht funktionierende Beziehungen wieder zu beenden. Und so verlor ich meinen Vater früh, bevor ich sprechen konnte, an eine Andere. Das Bestreben meiner Mutter von nun an den Männern die kalte Schulter zu zeigen war nicht unkompliziert für ihren Sohn. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meinereins ist ein typisches Kind der 60er. Das gesellschaftliche Korsett liess es damals zaghaft zu, nicht funktionierende Beziehungen wieder zu beenden. Und so verlor ich meinen Vater früh, bevor ich sprechen konnte, an eine Andere. Das Bestreben meiner Mutter von nun an den Männern die kalte Schulter zu zeigen war nicht unkompliziert für ihren Sohn.</p>
<p>Und mittendrin in der Erkenntnis, keine Ahnung zu haben wie es sich anfühlt Sohn zu sein, halte ich plötzlich meinen Vater in den Händen und spüre wie er diese Welt nun endgültig verlassen will. Und ich spreche zu ihm, ein leises <a title="danke" href="http://www.einvoll.net/opa/?p=70" target="_blank">&#8220;Bleib, bitte&#8221;</a>. Und diesmal ist er geblieben, auf dem Boden im kalten Treppenhaus, in meinen Händen, im letzten Winter. In diesem Augenblick wurde etwas anders in mir.</p>
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