Irrigoskopie am Vormittag

Kostümball

Dank Lifestyle-Lektüre im Warteraum weiss ich jetzt auch warum mich weder das bemühte Herumgehopse noch der Zickenkrieg bei Dancing Stars interessiert. Der Röntgenologe ist sehr freundlich und nimmt mir die Scham ihm gleich mein Hinterstes zu offenbaren. Er meint, dass ich einen ausserordentlichen langen Darm hätte, ich habe aber vergessen nachzufragen ob das wirklich gut sei. Obwohl der Röntgentisch auf dem ich liege sich in alle mögliche Richtungen drehen lässt muss ich ganz anständig herumturnen damit das Kontrastmittel in allen Darmfältchen fliessen kann. Mit einem normal kurzen Darm wäre das sicher viel einfacher. Auf dem Monitor kann man in Echtzeit mitverfolgen wie sich das Zeug verteilt, leider aber nur SW.

15 Minuten später bekomme ich meinen negativen Befund in der Hand und weitere 10 Minuten später ein Butter/LaugenCroissant im Magen. Essen, endlich! Zuhause delektiere ich mich dann an Knusperoliven, einem Karotten- und einem Zucchiniflan und etwas Mandelcreme. Allesamt exorbidant gelungene Kochexperimente meiner Blumenfrau. Mit einem feinen Latte Machiatto geh ich nun ans Tagwerk.

Nachschlag: Ein wahrer Gourmet denkt bei vanillepudding-farbenem Stuhlgang zu aller erst an die Molekularküche von Ferran Adrià. Vielleicht schreibe ich Philippe Starck auch noch ein Mail dass schokobraun designte Toilettenmuscheln in Darmkliniken der Renner sein könnten.