Reden ist Silber. Schweigen ist Gold.

wahlkaempfer

Eines muss man Barack Obama wirklich lassen: In Punkto Kommunikation hat er wirklich gute Berater um sich. Er spielt die 2.0 Geige virtuos, nutzt Blogs, Youtube, MySpace, Facebook, twittert… Und das beste dabei: er kommt authentisch rüber und man glaubt ihm, man spricht sogar von Bürgernähe. Die Wahrheit ist, dass ich es nicht wirklich beurteilen kann und ich frag mich auch wie das mit dieser Bürgernähe weitergehen soll wenn er einmal Präsident ist, was ich hoffe. In tragenden Positionen fällt mir so schnell niemand ein der bloggt oder sonstige 2.0 Dialogspielplätze nutzt. Entweder zuwenig Zeit, meistens aber zuviel Schiss Meinung zu äussern. (Man tut das dann mit den Begriffen Strategie oder Diplomatie ab).

Aber immerhin, Obama macht seine Sache gut, sehr gut. So gut, dass man seine Startegien auch hier zu Lande für den, sich leidenschaftlich entflammenden Wahlkampf entdeckt. Am Beispiel Molterer, Wilhelm – Spitzenkandidat der ÖVP, darf ich in den letzten Tagen staunend mitverfolgen wie man sich zum Deppen machen kann. Oder gemacht wird, von Beratern, den Falschen. “Wenn Obama so erfolgreich twittert und damit seine Wahlzirkel mobilisiert, dann geht das bei uns auch” muss man dem armen Wahlkämpfer ziemlich lang ins Ohr geflüstert haben. Und jetzt twittert er. Und wie, eine Woche bei Twitter und bereits 63 Updates. Zum Vergleich: Obama bringt es in 14 Monaten auf gerade mal 166 Updates. “Kostet ja nix” hör ich sie gerade flüstern. Das güldene Sprichwort gilt aber auch im Interdings, liebe Berater. Das dünne und bemüht persönliche PR-Geschreibe entlarvt sich hier schneller und nachaltiger als einem lieb sein kann. Auf diesen Tweet hin wollt ich dann wirklich was sagen, hab es dann aber wieder sein lassen. So geht das nicht.

Verbreitung und Akzeptanz wird bei den Nerds, und nichts anderes sind Twitterer wenn man es zahlenmässig und Gesamtgesellschaftlich betrachtet, nur der finden der das Interdings mit Leidenschaft verwendet und es auch versteht. Oder zumindest versucht. Derzeit verfolgen 54102 Menschen Obamas Twittermeldungen, bei über 300 Mio. Amerikanern wäre das jeder 5607te. Schlägt man das auf die Bevölkerungzahl von Österreich um, müssten 1488 Menschen Willi Molterer bei Twitter folgen. Im Moment sind es immerhin schon 65, die üblichen Verdächtigen mit querdenklerischen Politinteresse. Die Zahl hält sich seit ein paar Tagen ziemlich hartnäckig, nach der nächsten Presseaussendung werden es aber hoffentlich sicher wieder ein paar mehr sein, hoffen versichern die Berater.

Wen es wirklich interessiert dem sei zur Neuwahl der Neuwal ans Herz gelegt. Oder Politikblogs. So macht man das.