Soirée Fou »Ohne Motto«

Jede Soirée Fou steht unter einem Motto, die gestrige aber nicht. Das lag daran, dass mir kein passendes eingefallen ist. Ursprünglich wollte ich die gestrige “Falscher Fünfziger” nennen, das war mir aber dann doch zu platt. Das Motto darf den Abend nur anreissen, aber nicht alles verraten. Die Blumenfrau hat immer die besseren Mottos, diesbezüglich gebe ich mich geschlagen.

Erster Programmpunkt war Kino. Die Blumenfrau hatte bis zum Filmstart keine Ahnung welcher Film kommt. Die vielen älteren Kinobesucher liessen sie Arriviertes vermuten, womit sie auch Recht hatte. Man spielte “Die Fälscher” und man muss dem Film zugestehen dass er allein deswegen einen Oscar verdient hat, weil im die sonst so provinzielle Wehleidigkeit des österreichischen Films nicht anzumerken war. Mein Sack Rohscheiben war nicht mal zur Hälfte geleert als man das Licht wieder anmachte um einen Fleck auf dem Projektionsglas zu entfernen, das scheinbar ein Besucher der Vor-Vorführung auf selbigem hinterlassen hatte. Danach ging alles wie gewohnt weiter und wir hatten guten Gesprächsstoff für den zweiten Programmpunkt des Abends. Der fand beim Österreicher im MAK statt. Die Blumenfrau delektierte sich an einem Sellerieschaumsüppchen mit Forellenkaviar und einem Zander auf Orangenfenchel, während ich die Vorspeise bleiben liess und direkt mit einem deliciösen Mariazeller Saibling auf Rotweinchalotten einstieg. Zum Nachtisch gönnte ich mir dann noch eine Rhabarbersuppe mit Topfeneis. Lang vor Geisterstunde waren wir wieder daheim und hatten ein Gefühl wie nach einer durchtantzten Nacht.